Unsere Schule

Karate für Erwachsene?

In meinem Alter?

Unsere Karateschule ist traditionell ausgerichtet (siehe auch Leitbild).

Die weite Verbreitung des Karate hat dank dem Kino einen positiven und einen negativen Teil erhalten. Auf der einen Seite genoss es eine immense Popularität - auf der anderen Seite wurde dadurch ein völlig verzerrtes Bild verbreitet. Viele Leute dachten, Karatetraining bestehe aus einer Gruppe von jungen Leuten die sich gegenseitig verprügeln, wild herum kicken und laute Kampfschreie von sich geben. Ebenso würden Ziegelsteine mit der blossen Hand zerschlagen.

Klar - an einem solchen Ort würden sich reifere Leute wohl kaum wohlfühlen.

Die Realität sieht jedoch ganz anders aus...

Unser Trainingsablauf:

- Zu Beginn des Trainings wird sorgfältig und kontrolliert Aufgewärmt, gefolgt von ein paar Übungen, welche die Flexibilität nach den vorhandenen Möglichkeiten verbessern. Dann werden die Grundtechniken - genannt Kihon - geübt, überprüft und eingeschliffen.

- Anschliessend wird oft das Studium des Angriffes/Verteidigung zu zweit angewendet oder in Bewegungsabläufen simuliert.

- Ein grosses Kapitel gilt den Katas.

Die Katas sind das Herz des Karate. Die alten Meister haben - vor hunderten Jahren - ihre persönlichen Anwendungen in den Bewegungen der Kata unsichtbar versteckt, da das notieren in einem Buch wegen Diebstahl zu gefährlich war. Die Erforschung derselben unter heutigen Gesichtspunkten ist endlos und extrem interessant.

- Schliesslich endet das Training mit einigen relevanten physikalischen Dehn- und Kräftigungsübungen.

Wie Sie sehen können, ist dieses Praktizieren ziemlich ruhig und eignet sich für alle Altersstufen.

Und der Kampf?

Was als Kumite bezeichnet wird, ist nur ein Aspekt des traditionellen Karate, aber es ist die aus den Medien bekannteste, versportlichte Seite (nur ungefährliche Techniken). Daher können speziell junge Wettbewerber dies regelmässig trainieren.

Aber für diejenigen, die bereits ein gewisses Alter haben, führen wir Kampfübungen zu zweit in geringerem Masse durch - immer in einer kontrollierten Art zur Vermeidung von grobem Kontakt und Verletzungen.

Um es anders auszudrücken, niemand muss mit einem blauen Auge nach Hause, oder mit irgendwelchen markanten Verletzungen zur Arbeit gehen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten sich körperlich zu betätigen; auch ich habe verschiedenes ausprobiert - aber keine andere "Sportart" hat mir nur annähernd so viel gegeben. Karate fördert die Entwicklung der gesamten Muskulatur und arbeitet zur Festigkeitssteigerung sowie verbesserten Elastizität hin, immer in Anpassung an die Kondition und das Alter, mit dem einzigen Ziel, sich jeden Tag aufs Neue zu übertreffen. Dies macht es aus, dass auch Veteranen den Körper kaum überbelasten.

Nicht genug - die Struktur einer Karate-Sitzung beginnt und endet mit einem Moment der Meditation - Mokuso - und begünstigt eine vollständige geistige Trennung zum Alltag während des Trainings.

Das Abschalten mit körperlicher Aktivität/Konzentration bringt weit mehr Entspannung als dies in ruhender Position möglich wäre.

Aus diesen und anderen Gründen übe ich Karate.
Ja, auch in meinem Alter... :)

Walter Stürzinger 7. Dan Shitokai

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